Katrīna Felsberga & Justine Eckhaut
Freitag 16.10, 20:00
Ein intimes und zugleich schonungsloses Programm über moderne Liebesformen und ihre Abgründe: Pillow Talk bewegt sich im Spannungsfeld zwischen Begehren und Abwesenheit, zwischen Nähe, Dating, Ghosting und toxischer Anziehung.
Im Zentrum steht der Zustand der Limerenz – jenes obsessive Verliebtsein, das zur inneren Reise wird und die Grenzen zwischen Fantasie und Realität verwischt. Den Begriff prägte die Psychologin Dorothy Tennov, die diesen Zustand im Vorwort ihres Buches Love and Limerence als eine Form unfreiwilliger, fast zwanghafter gedanklicher Fixierung auf eine andere Person beschreibt. Gedichte von Langston Hughes treten in Dialog mit Liedern von Franz Schubert, Thomas Adès, Christian Jost, Richard Strauss und Kathleen Tagg.
Die Musik erzählt von Sehnsucht, Projektion und Verlust, von moderner Einsamkeit und der Suche nach Verbindung in einer fragmentierten Welt – ein musikalischer Monolog über Obsession: verletzlich, direkt und kompromisslos ehrlich.
Opening Act
Maria Rüssel & Saki Sakai
Samstag 17.10, 17:00
Selbst nach einem Waldbrand kann sich die Natur wieder erholen. Und selbst nach dem dunkelsten Winter wird ein Vogel wieder singen. Die Dichterin Emily Dickinson ermutigt uns, die Welt mit einer fast absurden Sensibilität und Verwunderung zu betrachten. Hinter diesem Staunen steht die Widerstandsfähigkeit der Hoffnung.
Aus der Perspektive von Aaron Coplands Liederzyklus 12 Poems of Emily Dickinson und Ursula Mamloks scheinbar naiven Four Songs in Miniature erkundet dieses Konzert die Hoffnung als Kraft, die den Kreisläufen des Lebens innewohnt. Wer Tod und Vergänglichkeit als Teil dieses Kreislaufs begreift, entdeckt in ihnen nicht nur Abschied, sondern auch die Möglichkeit von Erneuerung – und findet darin Trost.
Gemeinsam mit Werken anderer amerikanischer und englischer Komponist:innen des 20. Jahrhunderts wie Rebecca Clarke, Jake Heggie, John Cage und Benjamin Britten lädt dieses Konzert ein, auf eine zyklische Reise zu gehen – durch die Jahreszeiten, durch innere Landschaften, skurriler und verspielter Neugier und Albträume, bis hin zur friedlichen Geduldsamkeit und hoffnungsvollen Erneuerung.
Juliette Journaux & Julien Van Mellaerts
Samstag 17.10, 20:00
Dieser Abend lotet die expressive Bandbreite des spätromantischen und expressionistischen Liedes aus und widmet sich dem damals zensierten und heute weitgehend vergessenen jüdischen Wiener Komponisten Oskar C. Posa (1873-1951) – einem Kollegen von Zemlinsky und Schönberg und renommierten Liedkomponisten.
Der Bariton Julien Van Mellaerts und die Pianistin Juliette Journaux erwecken Posas Lieder zu neuem Leben und kombinieren sie mit Werken seiner Zeitgenossen – darunter Gustav Mahler, Arnold Schönberg, Erich Wolfgang Korngold und Alexander von Zemlinsky – die wie Posa dem Komponistenverband in Wien angehörten und während des Nationalsozialismus als „entartete Musik“ diffamiert wurden.
Gemeinsam zeichnen sie ein Panorama existentieller Themen, die die Kriegs- und Zwischenkriegszeiten prägen: Sehnsucht, Weltschmerz, die Mühen des Stadtlebens, Tod und Krieg. Das Konzert lädt dazu ein, Posas heute kaum bekanntes Liedschaffen wiederzuentdecken – Werke von großer harmonischer Dichte und dramatischer Ausdruckskraft, in denen Stimme und Klavier zu gleichwertigen Erzählern werden.
Opening Act
Elise Morton & Rin Watanabe
Duo Dalùna – Remy Burnens & Clémence Hirt
Sonntag 18.10, 11:00
„Sie wählen den Weg, wir verzaubern ihn!“ – so lautet das Motto dieses interaktiven Familienkonzerts. Gemeinsam entscheiden Groß und Klein, welchen Pfad sie einschlagen: Führt der Weg in den Wald, begegnen sie dem Ritter aus Robert Schumanns Waldesgespräch; wählen sie den Bach, wartet dort Franz Schuberts Die Forelle. Mit jeder Entscheidung entsteht eine neue Geschichte, musikalisch begleitet von Werken Schumanns, Schuberts und weiterer Komponist:innen.
Mit Duo Dalùna verbinden der Tenor Remy Burnens und die Pianistin Clémence Hirt ihre Leidenschaften für das Kunstlied und das Rollenspiel zu einem fantasievollen Konzerterlebnis. Als Sänger:innen, Erzähler:innen und Spielleiter:innen laden sie ihr Publikum ein, die Geschichte aktiv mitzugestalten – so wird jedes Konzert zu einem einzigartigen musikalischen Abenteuer.
Duo Vert – Jeeyoung Lim & Cole Knutson
Sonntag 18.10, 18:00
Das Leben verläuft in Zyklen. Auf jeden Winter folgt ein Frühling – auch wenn es im Moment der Kälte unmöglich erscheint. Aus dieser Vorstellung heraus entstand Still Life, ein Liederabend, der die vier Jahreszeiten als innere Landschaften des menschlichen Lebens versteht.
Ausgangspunkt ist der Song 봄 여름 가을 겨울 (Still Life) der K-Pop-Gruppe BigBang und dessen poetische Reflexion über Vergänglichkeit, Erinnerung und Neuanfang. Inspiriert davon verbindet das Duo Vert Kunstlieder verschiedener Epochen zu einer persönlichen Reise durch Frühling, Sommer, Herbst und Winter – nicht als Naturbilder, sondern als Zustände von Hoffnung, Aufbruch, Reife, Verlust und Neubeginn.
Mit ihrer Verwurzelung in der westlichen Kunstliedtradition entwickeln die Musiker eine eigene Lesart der Jahreszeiten, in der sich äußere Zyklen und innere Erfahrungen untrennbar miteinander verbinden. Das Programm schließt dort, wo es beginnt: im Frühling. Seine Kreisform erinnert daran, dass jeder Winter vergänglich ist und neues Leben stets seinen Weg zurückfindet.
Opening Act
Avila Lorena Sarode & Joon Oh Kim
Regulär: 20€
Ermäßigt (Schüler:innen, Studierende und Auszubildende): 12€
Kinder von 6 bis 18 Jahren: 6€
Kinder unter 6 Jahren: kostenloser Eintritt (nur gültig in Verbindung mit einem regulären oder ermäßigten Ticket)
Mit einem Ticket können Sie alle fünf Konzerte besuchen.
Regulär: 85€, ermäßigt: 50€
Alle Konzerte im
Maison de France
Kurfürstendamm 211
10719 Berlin
berlied
Festival für Kunstlied